In meiner beruflichen Praxis habe ich immer danach getrachtet, die vier Sälen meiner Ausbildungen
zusammenzudenken und die Interventionen aufeinander abzustimmen. Die vier Dimensionen sollten immer
als Ensemble gedacht werden; erst ihr Zusammenklang ergibt jenes Bild, das die Verwobenheit mit den
jeweils anderen Dimensionen zeigt und Handlungsoptionen eröffnet.
In einer Zeit, die eine Spezialisierung auf ein „Fach“ einfordert, erscheint es mir ein besonderes Privileg
meiner beruflichen Situation zu sein, weiterhin das Spiel auf allen vier Klavieren spielen zu dürfen und
gerade durch den Zusammenklang einen Mehrwert für meine KundInnen zu schaffen.  

Soziologe
Sich mit Gesellschaftswissenschaften auseinanderzusetzen heißt, sich mit dem Sozialen schlechthin auseinanderzusetzen. Selbstverständlich und unausweichlich ist das Politische zentraler Teil des Gesellschaftlichen. Um Organisationen, Gruppen und Individuen zu begreifen sollte man versuchen, das Allgemeine, in dem sie eingebettet sind, zu verstehen.


Psychotherapeut (Psychodrama)
Psychotherapie ist für mich ein (lohnender und vielversprechender) Versuch über eine Unmöglichkeit, nämlich das Unverständlichste, das Individuum, zu begreifen und bei der Emanzipation aus den eigenen, psychischen Zwängen zu unterstützen. Meiner Erfahrung nach  ist der Blick auf das Umfeld von erheblicher Bedeutung und nicht zuletzt ist Psychodrama als Gruppentherapie eine hervorragende Methode, da das Umfeld mitgedacht und mitbearbeitet wird.

Organisationsberater
Den überwiegenden Teil des Lebens verbringen wir in Organisationen. Individuen sind in Organisationen relevante Umwelt und wohl umgekehrt ebenso. Organisationen fungieren als soziale Systeme, die zentrale, gesellschaftliche Fragestellungen bearbeiten. Ein - der neueren Systemtheorie verpflichtetes - Beraterverständnis eignet sich sehr gut für die wirksame und nachhaltige Unterstützung von Organisationen, indem durch die Erarbeitung geeigneter Beratungsarchitekturen der Eigenkomplexität der Organisation entsprochen wird.  

Gruppendynamiker
Die Gruppe ist – egal ob in Form der Familie, des Teams, der Projektgruppe, der Mannschaft, … - jenes soziale System, in dem wir als Individuen unmittelbar auf das Geschehen Einfluss zu nehmen trachten (Kommunikation unter Anwesenden). Ihre ganz besondere Balance zwischen Einfluss, Vertrauen, Bewegung, Variation, Nähe und Distanz zu begreifen und die daraus spezifischen Steuermöglichkeiten zu erkennen und einzusetzen macht den Reiz jeder Gruppe aus.